Was ist das Problem?
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Geistig behinderte und mehrfachbehinderte Menschen sind oft sehgeschädigt oder haben mit dem normalen Altern früher als andere Menschen eine Fehlsichtigkeit oder Sehstörungen. Es ist erwiesen, dass diese zusätzliche Behinderung sehr oft nicht erkannt wird. Die betroffenen verlieren dadurch unnötigerwise an Autonomie.
In der Schweiz sind gemäss wissenschaftliche Studien des SZB etwa 4’000 Menschen, die in Institutionen für mehrfachbehinderte Menschen betreut werden, sehgeschädigt. Einige sind es seit Geburt, andere aufgrund von akuten Krankheiten. Am Häufigsten entsteht die Sehschädigung schleichend und verstärkt sich während dem Alterungsprozess, so wie in der Allgemeinen Bevölkerung eben auch. Da insbesondere bei Erwachsenen Richtlinien für systematische Abklärungen fast vollständig fehlen, bleibt die Sehschwäche als zusätzliche Behinderung oft unerkannt. Über die Situation der privat betreuten Personen ist gar nichts bekannt. Folglich können einige Tausend geistig behinderter Menschen ihr Sehvermögen nicht optimal einsetzen.
Der SZB setzt sich deshalb entschieden dafür ein, dass sich diese unbefriedigende Situation ändert. Dazu führt er zusammen mit Partnern ein mehrjähriges Studienprojekt mit dem Titel Mehrfachbehindert-sehgeschädigte Menschen in der Schweiz (doc 1.7 M) durch. Als Folge davon erschien die Broschüre «Wenn anders sehen zur Herausforderung wird». Die Publikation richtet sich an Angehörige, Betreuende und Pflegende von Menschen mit Mehrfachbehinderung. Sie beschreibt, was sie in ihrer Arbeit tun müssen, um Sehschädigungen zu erkennen und was Betroffene benötigen, damit die Sehschädigung ihre Lebensqualität und die ihnen zustehende Förderung als geistig behinderte Menschen nicht behindert. Der SZB erarbeitet die Voraussetzungen, damit die regionalen Beratungsstellen für Sehbehinderte ihre bewährten Dienstleistungen vermehrt auch auf geistig behinderte Menschen ausrichten können.
