Erstmals das Ausmass der Taubblindheit erforscht
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Taubblindheit: Den Tatsachen ins Auge gesehen
Die Zahl der taubblinden und hörsehbehinderten Menschen in der Schweiz ist weit höher als angenommen: Dies zeigen die Ergebnisse einer Studie, die der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen SZB zusammen mit der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH) erarbeitet hat und in der Publikation Taubblindheit: Den Tatsachen ins Auge gesehen veröffentlicht.
Mindestens 10'000 Betroffene
Aufgrund früherer Hochrechnungen ging der SZB in der Schweiz von 1'300 bis 2'000 betroffenen Personen aus. Die neue vorliegende Studie stützt sich auf Statistiken aus verschiedenen europäischen Ländern. Vor allem die Zahl taubblinder Menschen im Alter wurde bisher unterschätzt. Vorsichtige Schätzungen liegen bei 10'000, die expansive übersteigt die Zahl von 200'000 Personen. Entscheidend ist das dahinterliegende Verständnis des Phänomens der Taubblindheit.
Keine Kompensation möglich
Lange wurde Hörsehbehinderung als Summe zweier voneinander getrennter Schädigungen betrachtet. Doch wenn gleichzeitig beide Fernsinne nur noch eingeschränkt funktionsfähig sind, hat dies gravierende Auswirkungen: Die Möglichkeit der Kompensation des Sehens bei Hörausfall oder des Hörens bei Sehverminderung ist nicht mehr gegeben. Taubblinde Menschen können nicht ohne weiteres Dienstleistungen und Hilfsmittel für sehbehinderte, blinder, hörbehinderte oder gehörlose Menschen nutzen. Aus diesem Grund plädiert der SZB für ein neues Verständnis der Taubblindheit.
Vor allem alte Menschen sind betroffen
im Behindertenwesen sind Strukturen und Arbeitskonzepte zu sehr darauf ausgerichtet, geburtsbehinderte Menschen anzusprechen und zu unterstützen. Hörsehbehinderung betrifft vor allem aber älterer Menschen. Diese können nicht allein über Beratungsstellen des Behindertenwesens erreicht werden. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass im Bereich der Pflege und Medizin, aber auch für die ganze Gesellschaft, ganz neue Herausforderungen warten.
Die Publikation zum Download im PDF und im Word
Weitere Auskünfte: Stefan Spring, Leiter der SZB-Beratungsstellen für hörsehbehinderte und taubblinde Menschen, Niederlenzer Kirchweg 1, CH – 5600 Lenzburg, Tel. 062 888 2866, Mobil: 079 617 2234, spring(at)szb.ch
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Der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen (SZB) ist seit 1903 die Dachorganisation der in der Schweiz ansässigen Organisationen, die sich um Menschen mit einer Sehbehinderung oder Hörsehbehinderung kümmern. Der SZB stimmt die Bestrebungen zur Förderung des schweizerischen Sehbehindertenwesens ab und leistet zudem wichtige Informations- und Koordinationsarbeit. Darüber hinaus engagiert er sich mit direkter Hilfe, insbesondere mit der Beratung und Begleitung taubblinder Menschen sowie mit der Entwicklung und Bereitstellung spezieller Hilfsmittel. Der SZB ist mit dem ZEWO-Gütesiegel für den zweckbestimmten und vertrauenswürdigen Umgang mit Spendengeldern ausgezeichnet. www.szb.ch
