Weisser Stock - und doch sehend?
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Schon einmal so etwas erlebt? Vorsichtig bewegt sich eine Person mit dem weissen Stock über den Perron, steigt in den Zug – und schlägt dort eine Zeitung auf. „Ist sie (denn) nun blind, oder was?“ fragt man sich.
Zehntausende von Menschen in der Schweiz leben zwischen Sehen und Nichtsehen. Das bedeutet: Ihr Sehpotential ist zwar stark eingeschränkt, aber sie sind nicht blind. Sie brauchen zum Beispiel eine Sonnenbrille bei Regen oder Schnee, damit sie nicht geblendet werden. Und sie sind wie blinde Menschen oft auch mit einem Blindenführhund oder einem weissen Stock unterwegs. Der weisse Stock, als traditionelles Erkennungs- und Schutzzeichen für blinde wie auch für sehbehinderte Menschen, unterstützt diese Personen in ihrer Mobilität und Selbstständigkeit.
Sehbehinderung hat viele Facetten
Sehbehinderte Menschen haben mit eigenen Problemen zu kämpfen. Das Klischee vom „Super-Blinden“ mit perfektem Hör- und Tastsinn trifft auf sie meist nicht zu. Im Gegenteil: In der Diskussion um „Sehen oder Nichtsehen“ geraten sie zuweilen sogar in den Verdacht, eine Behinderung zu simulieren. Aber Sehbehinderung meint nicht: Alles oder gar nichts sehen! – sondern hat viele Facetten. Wie blinde sind auch sehbehinderte Menschen auf eine differenzierte Wahrnehmung und Unterstützung angewiesen. Am Tag des Weissen Stockes am 15. Oktober machen blinde und sehbehinderte Menschen auf die verschiedenen Facetten der Sehbehinderung aufmerksam. Damit wollen sie mehr Verständnis schaffen und verhindern, dass Betroffene gar als Simulanten abgestempelt werden. Seien Sie nicht blind! – und achten Sie auch auf die Bedürfnisse sehbehinderter Menschen in der Schweiz.
Aktionstag am 15. Oktober 2011
Am Internationalen Tag des Weissen Stockes machen Blinden- und Sehbehindertenorganisationen in der ganzen Schweiz auf die Schwierigkeiten und Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam. „Weisser Stock – und doch sehend?“ heisst der Slogan der breit angelegten Kampagne, organisiert vom Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen SZB, dem Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband SBV und dem Schweizerischen Blindenbund SBb.
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Weisser Stock
Ein ausgebildeter Tastsinn und ein gutes Gehör ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen mobil zu sein. Der weisse Stock ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel. Er ist hilfreich für das Suchen und Auffinden von Trottoirs, Übergängen, Treppen oder Türen. Er bietet aber auch Schutz vor lauernden Gefahren: unerwartete Baustellen, falsch parkierte Fahrzeuge oder andere Hindernisse.
Weitere Informationen zur Kampagne: www.weisserstock.ch
Berichte und Bilder von Personen mit unterschiedlicher Sehbehinderung
Bilder zu den verschiedenen Formen der Sehbehinderung
Kontakt:
Schweizerischer Zentralverein für das Blindenwesen SZB
Ann-Katrin Gässlein
PR / Kommunikation
Schützengasse 4
9001 St. Gallen
Tel.: 071 228 57 63
E-Mail: gaesslein(at)szb.ch
